Musical „Der kleine Tag“: Zwei beeindruckende Aufführungen der Musical Kids

Was kann man mit 48 Kindern und Jugendlichen zwischen elf und 14 Jahren erreichen? – Eine ganze Menge! Dies konnte erleben, wer die Aufführung der Musical Kids des Otto-Hahn-Gymnasiums im Nagolder Kubus besucht hat.

Rolf Zuckowski, dessen liebenswerter Weihnachtsohrwurm „In der Weihnachtsbäckerei“ nicht nur jedem Kind, sondern längst auch jedem Erwachsenen bekannt sein dürfte, hat mit „Der kleine Tag“ auch ein Kindermusical geschrieben. Darin wird von Tagen erzählt, die im Lichtreich leben und jeweils einmal auf die Erde hinunterdürfen, um dort die unterschiedlichsten Dinge wie Kriege, Frieden und Erfindungen zu erleben. Der kleine Tag nun fiebert dem 23. April entgegen, an dem er seinen großen Auftritt haben soll. Statt spektakulären Ereignissen aber bleibt alles friedlich, es ereignet sich nichts Schlimmes, Außergewöhnliches oder Bedeutsames – was ihm die anderen Tage bei seiner abendlichen Rückkehr vorhalten. – Genau deshalb aber wählen die Menschen ihn ein Jahr später zu ihrem Lieblingstag und feiern ihn. Die jungen Darstellerinnen und Darsteller auf der Bühne verkörperten diese Tage, die miteinander streiten und wetteifern, und spielten die Ereignisse und kleinen Geschichten auf der Erde, die sich an jenem Tag im April zutrugen.

Vorne rechts am Bühnenrand wechselten sich mit Elif A. und Gergana Y. zwei Erzählerinnen ab, die ihre Sprechertexte, welche die kleinen Szenen verbanden, gekonnt vortrugen.

Das, was das junge Ensemble da vor dem an zwei Abenden bis auf den letzten Platz gefüllten Saal auf die Beine stellte, war schon erstaunlich: Als hätten sie nie etwas anderes gemacht, sangen viele der Beteiligten solistisch, es gab Choreografien zu den Chorszenen, packende Dialoge, zudem zwei zusätzlich eingeschobene Songs.

Beeindruckend waren die musikalischen und darstellerischen Leistungen der Hauptdarstellerinnen, die den „kleinen Tag“ in jeweils einer Aufführung verkörperten, nämlich Giuliana S. und Malia W.. Ihnen freundschaftlich zur Seite standen als „geheimnisvoller Tag“ die ebenfalls an jeweils einem der Abende auftretenden Olivia R. und Elisabeth P., welche ihre größer angelegten Rollen als „geheimnisvoller Tag“ ebenfalls mit Bravour meisterten. Überdies hatte jedes Kind eine Solorolle, alle (!) waren also wenigstens einmal solistisch zu hören.

Aber auch den Chor hatte Musiklehrerin Jasmin Reimer, welche die Leitung des Abends hatte, glänzend vorbereitet: Die Musical Kids trugen ihre vielen auswendig zu singenden und durchchoreografierten Stücke mit Begeisterung und Überzeugung vor, und jedes Mal, wenn sie die Bühne füllten, setzten sie ein neues Glanzlicht.

Außergewöhnlich war auch, dass Sechstklässlerin Anna R. nicht nur die Choreografie für eine eingeschobenen Street-Dance-Szene erfunden, sondern auch noch mit der Gruppe einstudiert hatte. Klar, dass sie obendrein auch noch souverän die Solorolle tanzte…! Und als ob dies noch nicht ausgereicht hätte, spielte sie bei „A Million Dreams“, dem zweiten Stück, welches in die Handlung eingefügt und von Chor und Musicalprojektband (Leitung: Tina Matern) mitreißend und mit Begeisterung performt wurde, die tragende Klavierbegleitung.

Jasmin Reimers Leistung besteht nicht allein im Einstudieren der Songs und ihrem souveränen Dirigat, sondern auch darin, zahlreiche Helferinnen und Helfer gewonnen zu haben, welche durch ihre Mitwirkung dazu beitrugen, das Gesamtprojekt auf eine bemerkenswert hohe Stufe zu heben und somit gleichsam eine Sogwirkung an Qualität zu erreichen: Die Deutschlehrerin Nadja Marx coachte die Youngsters im Schauspiel, die Kunstlehrerin Sarah Bruder entwarf und malte mit den Klasse 5c und 10b gemeinsam das Bühnenbild und Daniel Kucher (Firma gdaudio) und Musiklehrer Frank Meyer mit seiner Bühnentechnik-AG sorgten dafür, dass die mit Headsets und Mikrofonen verstärkten Solistinnen und Solisten gut zu hören waren, ferner für stimmungsvolle und wechselnde Illumination. Es versteht sich von selbst, dass die Kinder einfallsreich eingekleidet und geschminkt wurden, wobei Eltern und weitere Lehrerinnen tatkräftig mithalfen.

Man darf nach diesem rundum gelungenen Abend schon auf das nächste Musical-Projekt gespannt sein.

Text: Bra
Bilder: Bra

 

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