„Schule als Staat“: Das OHG wurde eine Woche lang zu „Hahnover“

Für eine Woche ein eigener Staat – mit dieser Aussicht startete die komplette Schüler- und Lehrerschaft in diese Woche. Nach einer offiziellen Eröffnungsrede durch die Präsidentin und den Kanzler wurde feierlich die Flagge des Staates am Schulgebäude aufgehängt. Als Bürger der Republik ‚Hahnover‘ bekam jeder seinen eigenen Personalausweis ausgestellt, mit dem man aus dem Nachbarstaat, der Bundesrepublik Deutschland einreisen konnte. Besucher mussten dagegen beim Besucherzentrum ein Visum beantragen, um für einen Tag in die Welt des Mikrostaats einzutauchen.

Täglich stellten sich die SchülerInnen den strengen Grenzkontrollen, sodass sie pünktlich um 8:00 Uhr am Arbeitsplatz ihren Aufgaben nachgehen konnten. Nach erfolgreichem Aufbau von allen Unternehmen und staatlichen Institutionen konnte am Dienstag der erste vollständige Arbeitstag beginnen. In selbst eingeteilten Schichten gingen die Bürger an die Arbeit und konnten nach ihrer Arbeitszeit das verdiente Geld, die digitalen ‚hahnoveranischen Küken‘, über ein eigens für das Projekt entwickeltes Bezahlsystem im Staat wieder ausgeben.

Gleichzeitig gewährleisteten Angestellte des Staates, unter anderem der Grenzschutz, das Ordnungsamt sowie die Hahnwache, den reibungslosen Ablauf, während im Hintergrund technische Helfer sowie Angestellte im Zentrallager und viele mehr dafür sorgten, dass alle Institutionen immer bestmöglich versorgt waren. Bei auftretenden Problemen kümmerten sich die Mitarbeiter politischer Institutionen durch Parlamentssitzungen und andere Besprechungen darum, möglichst schnell Lösungen innerhalb des Rechtsstaates zu finden. So konnten unter anderem die Aussetzung des Mindestlohns, die Senkung der Steuer oder spezielle Alternativangebote für Arbeitslose zeitnah und effizient umgesetzt werden.

Ein Höhepunkt der Woche waren die hohen Besucherzahlen. Riesige Schlangen am Besucherzentrum reichten weit bis über die Grenzen des Staates hinaus. Ob man einen neuen Haarschnitt benötigte, im Standesamt den Bund der Ehe schließen wollte, Torten verzieren, sich im Fotostudio fotografieren, bei einer Talentshow teilnehmen, Schmuck designen, Nageldesigns ausprobieren, im Ruheraum eine Pause genießen, sich sportlich im Fitnessstudio betätigen, im Casino das Gehalt vermehren oder in einem Café die Leckereien durchprobieren wollte – der Staat ‚Hahnover‘ hatte für die Bürgerinnen und Bürger sowie für die Besucher aller Altersstufen passende Angebote, die es leicht machten, die ‚Küken‘ im Staat auszugeben. Die Einnahmen spiegelten sich in einem Wirtschaftshoch wider, welches am Donnerstag zu einer Inflation und damit dann auch zu einem schleichenden Ende des Staates führte.

Einen Endpunkt fand das Projekt am Freitag mit der Rückgabe der Schule an die Schulleitung und Lehrkräfte. Der über die Woche gelebte Zusammenhalt der Staatsgemeinschaft zeigte sich auch beim gemeinsamen Abbau, welcher schnell und organisiert ablief. Abschließend wurden in einer Auktion vom Zentrallager die letzten ‚Küken‘ genutzt, um die Restbestände sinnvoll zu verteilen. Abschließende Interviews des Ersten Hahnoveranischen Fernsehens bestätigten: das Projekt war ein voller Erfolg.

Text/Bilder: Matz v. A. und weitere

 

 

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